Teil eines Werkes 
5. Bdchn. (1831)
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Siebente Novelle. 24

welche doch weit eher als die Männer Vielen genü⸗ gen könnten; und uͤberdies nicht zu gedenken, daß keine Frau, als es gemacht ward, ihre Einſtimmung dazu gegeben hat; ſo iſt vielmehr nimmermehr auch nur eine einzige darum befragt worden, und darum kann es mit Recht hinterliſtig genannt werden. Und wollt Ihr etwa zum Praͤjudiz meines Körpers und Eurer Seele, zum Vollſtrecker deſſelben werden, ſo ſteht es bei Euch; indeſſen ehe Ihr zu irgend einem urtheile vorſchreitet, bitte ich Euch, mir eine kleine Gunſt zu erzeigen, nämlich, daß Ihr meinen Mann vefraget, ob ich jedes Mal, und ſo oft es ihm nur gefiel, ohne nur ein einziges Mal nein zu ſagen, ihm uͤber mich ſelbſt volle Freiheit zugeſtanden habe, oder nicht..

Schnell gab Rinaldo, ohne zu warten, bis der Richter ihn befragte, hierauf zur Antwort, daß ohne allen Zweifel die Frau ihm, bei jedem ſeiner Wün⸗ ſche, ſein volles Vergnuͤgen zugeſtanden habe.

Alſo, fuhr die Frau ſchnell fort, frage ich, Herr Richter, wenn er von mir ſtets erhalten hat, was er noͤthig hatte und was ihm gefiel, was ſollte, oder was ſoll ich denn mit dem anfangen, was er übrig hat? ſoll ich es vor die Hunde werfen? Iſt es da nicht viel beſſer, einen artigen Mann damit zu be⸗ dienen, der mich mehr wie ſich ſelbſt liebt, als es umkommen oder verderben zu laſſen?

Hier waren zu einer ſolchen Unterſuchung, und da⸗ zu noch gegen eine ſolche und eine ſo beruͤhmte Frau, faſt alle Pratenſer zuſammengelaufen, welche, da ſie