Teil eines Werkes 
5. Bdchn. (1831)
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18 Sechſter Tag⸗

wandt hatte, um die Fratzengeſichter uͤber alle andern zu adeln, als die Koͤnigin Philoſtratus zu erzaͤhlen aufgab, und der fing alſo zu reden an:

Ehrenwerthe Frauen, es iſt in jeder Hinſicht

eine herrliche Sache, gut ſprechen zu koͤnnen, aber

ich halte das fuͤr die allerherrlichſte, wenn man es gerade da zu thun weiß, wo die Nothwendigkeit es erfordert. Dies verſtand eine artige Frau, von der ich Euch jetzt unterhalten will, ſo vortrefflich, daß ſie nicht allein Scherz und Lachen bei den Zuhoͤrern erweckte, ſondern ſich ſelbſt auch aus den Schlingen eines ſchimpflichen Todes loswickelte, ſo wie Ihr es ſogleich hoͤren ſollt.

In der Landſchaft Prato war einſt ein Statut, in Wahrheit nicht weniger tadelnswuͤrdig als hart, welches, ohne irgend einen Unterſchied zu machen, gebot, daß die Frau, welche von ihrem Manne mit irgend einem Liebhaber im Ehebruch betroffen wor⸗ den, eben ſo gut verbrannt werden ſollte, als die, welche mit irgend einem andern Manne fuͤr Geld darin betroffen worden waͤre. Waͤhrend dieſes Sta⸗ tut beſtand, traf es ſich, daß eine edle, ſchoͤne und mehr als jede andere verliebte Frau, deren Name Madonna Filippa war, in ihrer eigenen Kammer des Nachts von Rinaldo Puglieſi, ihrem Manne, in den Armen Lazzarino's, aus der Familie Guazzaglio⸗ tri, eines edlen und ſchoͤnen jungen Mannes aus die⸗ ſer Gegend, welchen ſie ſo wie ſich ſelbſt liebte, uͤberraſcht worden war.

Als Rinaldo dies ſah, ward er daruͤber ſo auf⸗