Sechſter Tag. Sechſte Novelle.
Michael Scalza beweiſt einigen jungen Leuten, daß die Ba⸗ 1 ronci die edelſten Menſchen zu Waſſer und zu Lande waͤren, und gewinnt dadurch ein Abendeſſen. Noch lachten die Damen uͤber Giotto's ſchnelle Antwort, als die Koͤniginn Fiammetten zu folgen gebot, welche dann ſo zu reden begann: Junge Damen, Pamphilus Erwähnung der Ba⸗ ronci, die Ihr vielleicht nicht, ſo wie er, kennen 1 werdet, ruft mir eine Novelle ins Gedaͤchtniß zuruͤck, 1 in welcher ſich deutlich zeigt, wie groß ihr Adel iſt, ohne daß ich dadurch von unſerem Vorſatz abkäme; und deshalb will ich ſie Euch erzaͤhlen. 3 Es iſt eben noch nicht viel Zeit verfloſſen, als in unſerer Stadt ein junger Menſch lebte, Namens
Michdel Sealza, welches der luſtigſte und fröhlichſte Menſch von der Welt war, und der die neueſten Ge⸗ ſchichten immer bei der Hand hatte. Deshalb ſahen„
es die andern jungen Florentiner ſehr gern, ihn, ſo oft ſie ſich in Geſellſchaft befanden, bei ſich haben zu koͤnnen.
Eines Tages begab es ſich, daß er mit noch einigen Andern ſich auf Mont' Ughi befand, woſelbſt 1 eine Streitfrage unter ihnen ſich erhob, dieſer Art 3 nämlich, welches wohl die edelſten und alteſten Men⸗ 1 ſchen in Florenz waͤren. Da ſagten denn einige die Uberti, andere die Lamberti, ein Anderer nannte die,
ein Anderer wieder jene, je nachdem ſie ihm gerade einfielen.


