Fuͤnfte Novelle. 13
hoͤren wuͤrde, und ſie doch noch am Tage in Florenz ſeyn wollten, borgten ſie von dem Bauer zwei alte Maͤntel von grobem Tuche, und zwei vom Alter ganz zerfreſſene Huͤte, weil keine beſſeren da waren, und ſo machten ſie ſich auf den Weg.
Nachdem ſie eine Strecke mit einander geritten und ſie ſich fowol ganz durchgeweicht ſahen, als auch von dem Spritzen, was die Pferde mit ihren Fuͤßen in Menge thaten, ganz beklunkert waren, was einem ein nicht geringes ſcheußliches Anſehen zu ge⸗ ben pflegt, fingen ſie, nachdem ſie lange Zeit ſchwei⸗ gend fortgeritten waren, an zu ſprechen.
Meſſer Foreſe hatte nun waͤhrend des Reitens Giotto, der ſehr ſchoͤn erzaͤhlte, zugehoͤrt, als er aber, von der Seite ihn vom Kopf bis zu Fuß betrachtend, ſah, daß alles ganz fuͤrchterlich und ganz entſtellt war, fing er, ohne auf ſich felbſt nur die mindeſte Ruͤckſicht zu nehmen, an zu lachen, und ſagte: Giot⸗ to, wenn uns jetzt ſo ein Fremder, der Dich nie ge⸗ ſehen haͤtte, entgegen käme, denkſt Du wohl, daß er je glauben wuͤrde, Du waͤreſt der beſte Maler in der Welt, wie Du es denn doch wirklich biſt?
Worauf Giotto ihm ſchnell zur Antwort gab: Meſſer, ich glaube, dann wuͤrde er's auch glauben, wenn er, indem er Euch anſehe, kaum glauben wuͤrde, ob Ihr das ABC koͤnntet. Als Meſſer Foreſe dies hoͤrte, ſah er ſeinen Irrthum ein, und merkte, daß er mit eben der Muͤnze bezahlt worden wäre, mit welcher er ihm ausgezahlt haͤtte.


