Sechſter Tag.
Grabe gegangen war, kann er mit Recht eins der Lichter des florentiniſchen Ruhmes genannt werden; und dieſen erwarb er um ſo mehr, mit je groͤßerer Demuth er, als Meiſter uͤber alle Andern in ſeiner Kunſt lebend, es immer von ſich wieß, ein Meiſter genannt zu werden. Und dieſer Titel, immer von ihm ausgeſchlagen, erglaͤnzte in ihm um ſo heller, als er mit deſto groͤßerer Begierde von denen uſur⸗ pirt ward, die weit weniger wußten, als er, oder ſeine Schuͤler waren. Aber ſo groß auch ſeine Kunſt ſeyn mochte, ſo war er doch weder von Perſon noch von Anſehen nicht im geringſten ſchoͤner als es Meſ⸗ ſer Foreſe war.
Doch ich komme zu meiner Novelle.
In Mugello hatten Meſſer Foreſe und Giotto ihre Beſitzungen. Meſſer Foreſe hatte die ſeinigen in den Sommer⸗Gerichtsferien beſucht, und kam eben auf einem ſchlechten Mieths⸗Gaul daher, als er den ſchon gedachten Giotto, der ebenfalls die ſei⸗ nigen beſucht hatte, und nach Florenz zuruͤckkehrte, antraf. Da dieſer weder hinſichts des Pferdes noch des übrigen Aufzuges im geringſten beſſer war, als er, ritten ſie, wie ein paar Alte, im ruhigen Schritt ſich begleitend neben einander hin. Da uͤberfiel ſie, wie wir ſehen, daß das im Sommer oft geſchieht, ein plotzlicher Regen. Um dieſem zu entgehen, eilten ſie, ſo ſchnell ſie nur konnten, dem Hauſe eines Bau⸗ ers zu, der beider Freund und Bekannter war.
Indeſſen da es nach einiger Zeit noch durchaus nicht das Anſehen hatte, als wenn das Gießen auf⸗


