Teil eines Werkes 
5. Bdchn. (1831)
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Fuͤnfte Novelle. 11 pinea kurz vorher gezeigt hat, ſo finden ſich auch unter den ſcheußlichſten Geſtalten der Menſchen be⸗ wunderungswuͤrdige Genie's von der Natur verborgen. Dies erſcheint hinreichend in zweien unſerer Buͤrger, von denen ich Euch kuͤrzlich unterhalten will. Denn der eine, welcher Meſſer Foreſe da Rabatta hieß, war von Perſon klein und ungeſtaltet, mit einem plat⸗ ten, ſtumpfnaſigem Geſichte, welches ſo ſcheußlich war, daß es ſelbſt das abſcheulichſte von allen Fratzenge⸗ ſichtern noch entſtellt haben wuͤrde; dafuͤr aber beſaß er eine ſolche Einſicht in den Geſetzen, daß er von vielen tuͤchtigen Maͤnnern fuͤr das Schatzkäſtlein des buͤrgerlichen Rechtes gehalten ward.

Der andere, deſſen Name Giotto war, hatte ein ſo ausgezeichnetes Kuͤnſtlertalent, daß die Natur, die Mutter, und, durch den Umſchwung der Himmel, Hervorbringerin aller Dinge, nichts darbietet, was er nicht mit Griffel und Feder oder Pinſel ihr ſo ähnlich ſollte dargeſtellt haben, daß es ihr nicht nur ähnlich, ſondern ſie vielmehr ſelbſt zu ſeyn geſchie⸗ nen haͤtte, und zwar in einem ſolchen Grade, daß man oftmals bei Dingen von ihm dargeſtellt gefun⸗ den hat, der Sinn des menſchlichen Geſichts habe, das fuͤr wahr haltend, was doch nur gemahlt war, die Taͤuſchung wirklich angenommen. Und eben dar⸗ um, weil er dieſe Kunſt wieder ins Leben zuruͤckrief, die, viele Jahrhunderte unter den Verirrungen ſo vieler, welche mehr, um die Augen der Unwiſſenden zu ergotzen, als um die Forderungen, welche der Ver⸗ ſtand der Weiſen machte, zu erfuͤllen, mahlten, zu