Sechſter Tag⸗ er etwas naͤher zu ihnen hinan, und rief: ho! ho! Auf dieſes Geſchrei ließen die Kraniche das andere Bein hinunter, und fingen alle nach einigen Schritten an zu entfliehen. Currado alſo, zu Chichibio hinge⸗ wandt, ſagte: Nun, Spitzbube, was meinſt Du? ha⸗ ben ſie nicht zwei?
Chichibio, wie ganz verwirrt, wußte nicht wie ihm waͤre, und antwortete: Ja, Herr, aber den von geſtern Abend habt Ihr nicht mit ho! ho! angeſchrien; haͤttet Ihr ihn ſo nur angeſchrien, dann hätte er die andere Keule, und auch das andere Bein her⸗ ausgeſtreckt, ſo wie dieſe gethan haben.
Currado gefiel dieſe Antwort ſo, daß ſein gan⸗ zer Zorn ſich in Scherz und Lachen verwandelte, und ſagte: Chichibio, Du haſt Recht, freilich das haͤtte ich thun ſollen.
Auf ſolche Art entging Chichibio durch ſeine ſchnelle und ſcherzhafte Antwort dem Ungluͤck, und ſoͤhnte ſich mit ſeinem Herrn wieder aus.
Fuͤnfte Novelle.
Meſſer Foreſe da Rabatta und Meiſter Giotto, ein Maler⸗ kommen von Mugello, und necken ſich einer den andern uͤber ihr ſchlechtes Ausſehen.
Als Neifile ſchwieg, nachdem die Damen große Freude uͤber Chichibio's Antwort empfunden hatten, ſprach Pamphilus nach dem Willen der Koͤniginn, alſo: Geliebteſte Damen, es ereignet ſich oft, daß, ſo wie das Geſchick unter gemeinen Kuͤnſten je zuwei⸗ len große Tugend⸗Schaͤtze verbirgt, wie uns Pam⸗
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