Sechſter Tag.
getroffen, der eine, indem er des Biſchofs Bruders Enkelin etwas Unanſtaͤndiges angethan hatte, und der Andere, indem es in der Enkelin des eigenen Bru⸗ ders ihm zugefuͤgt worden war; ſie gingen daher, ohne einer den andern anzuſehen, beſchaͤmt und ſtill⸗ ſchweigend fort, und auch ohne dieſen Tag nur noch irgend ein Wort zu ſprechen.
Und ſo fehlte es dieſer jungen Frau, welche zu⸗ erſt einen Stich erhalten hatte, nicht daran, dem
Andern durch ein Witzwort wieder einen Stich zu geben.
Vierte Novelle.
Chichibio, Currabo Gianfigliazzi's Koch, wendet burch eine ſchnelle Antwort Currado's Zorn in Laäͤcheln, und entgeht auf dieſe Art dem ihm von Currado angedrohten Unheile.
Schon ſchwieg Lauretta und Nonna ward von Allen gelobt, als die Koͤniginn Neifilen fortzufahren gebot; dieſe ſagte:
So wie eine ſchnelle Geiſtesgegenwart, lieb⸗ liche Mädchen, oft dem Redenden nuͤtzliche und ſchoͤne Worte, den Umſtaͤnden gemaͤß, darbietet, ſo legt auch oft das Gluͤck, dem Furchtſamen helfend, Worte in den Mund, welche ſie im ruhigen Gemuͤthszuſtande nie zu finden gewußt haben wuͤrden; und dies will ich Euch durch meine Novelle beweiſen.
Currado Gianfigliazzi, war, wie Jede von Euch dies gehoͤrt und geſehen haben kann, in unſerer Stadt immer ein liberaler und prachtliebender Buͤrger, der eine ritterliche Lebensart fuͤhrte, und ſtets an Hun⸗
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