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Zweite Novelle.
ſer Geri und die Geſandten des Papſtes vorbeigehen ſah, und die Hitze groß war, meinte er, daß es doch ſehr hoͤflich waͤre, wenn er ihnen von ſeinem guten weißen Weine zu trinken vorſetzte; allein ſowol in Hinſicht ſeines Standes als auch Meſſer Geri's, ſchien es ihm eben nicht anſtaͤndig zu ſeyn, wenn er ſich's herausnaͤhme, ihn einzuladen, ſondern er meinte, er wolle es ſo anſtellen, daß Meſſer Geri ſelbſt dazu vermocht wuͤrde, ſich einzuladen.
Er hatte immer ein ſchneeweißes Jaͤckchen an, und eine Schuͤrze vor, als waͤre ſie eben erſt aus der Waͤſche gekommen, ſo daß ſie ihm eher das Anſehen eines Muͤllers als eines Baͤckers gaben, und ſo ließ er ſich alle Morgen zu der Zeit, wenn er glaubte, daß Meſſer Geri mit den Geſandten vorbeikommen muͤßte, vor ſeine Thuͤr einen neuen Eimer und ei⸗ nen zinnernen Waſſerſtänder mit friſchem Waſſer hinbringen, und dazu einen kleinen neuen bologneſer Krug mit ſchoͤnem weißen Wein, und zwei Glaͤſer, die von Silber zu ſeyn ſchienen, ſo ſauber waren ſie. Hatte er ſich dann, wenn ſie vorbeigingen, nie⸗ dergeſetzt, und ſich ein und das andere Mal den Mund gereinigt, ſo fing er an, dieſen ſeinen Wein mit ſolchem Wohlgeſchmack zu trinken, daß er ſelbſt den Todten Appetit dazu gemacht haben wuͤrde.
Als Meſſer Geri dies einen oder zwei Morgen geſehen hatte, ſagte er am dritten: Wie thut's, Ciſti? iſt er gut?
Ciſti ſtand ſogleich auf, und antwortete: Ja,


