Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
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Zweite Novelle.

Oretta's Antwort ward von einer jeden Dame, und auch von den Männern ſehr gelobt, die Koͤnigin aber befahl, daß Pampinea folgen ſollte; deshalb fing ſie alſo an:

Schoͤne Damen, ich kann es durch mich ſelbſt nicht einſehen, was den Fehler begeht, ob die Na⸗ tur, welche einem edeln Geiſte einen ſchlechten Koͤr⸗ per zutheilt, oder das Gluͤck, wenn es einem mit ei⸗ ner edeln Seele ausgeſtatteten Koͤrver ein niedriges Handwerk zutheilt, ſo wie wir dies bei Eiſti, Eurem Landsmanne, und bei noch vielen Andern haben koͤn⸗ nen ſich ereignen ſehen. Eben dieſen Ciſti, mit ei⸗ nem ſehr hohen Sinne begabt, machte das Schickſal zum Baͤcker. Und wahrlich, ich wuͤrde auf die Natur eben ſo uͤbel zu ſprechen ſeyn, als auf das Schickſal, wenn ich nicht wuͤßte, daß die Natur ſehr vorſichtig wäre, und das Gluͤck tauſend Augen haͤtte, moͤgen auch gleich Thoren es als blind abbilden. Beide, meiner Meinung nach, ſehr bedaͤchtig, handeln ſo, wie wir oft die Sterblichen handeln ſehen, wenn ſie, ungewiß uͤber kuͤnftige Zufälle, ihrer Bequemlichkeit gemäß, ihre liebſten Sachen an den veraͤchtlichſten Srtern ihrer Haͤuſer, als wo ſie am unverdächtig⸗ ſten ſind, vergraben, und ſie nur, bei den dringend⸗ ſten Beduͤrfniſſen, von da hervorziehen, weil der ſchlechteſte Ort ſie ſicherer aufbewahrt hat, als ſie der ſchoͤnſte nicht aufbewahrt haben wuͤrde. Und ſo auch verbergen die beiden Verweſer der Welt oft⸗ mals ihr Theuerſtes unter der Dunkelheit derjenigen Kuͤnſte, welche als die allergemeinſten angeſehen wer⸗