Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
Einzelbild herunterladen

170 Sechſter Tag. Erzählen, fing ein Hiſtoͤrchen an, was in Wahrheit ſehr ſchoͤn war; aber da er ein und eben daſſelbe Wort drei, vier, ja wo! ſechs Mal wiederholte, und doch immer wieder auf das Vorige zuruͤckkam, zu⸗ weilen auch ſagte: das habe ich nicht recht geſagt, endlich, da er oft in den Namen irrte, indem er ei⸗ nen fuͤr den andern ſetzte, verdarb er es auf die grau⸗ ſamſte Art, nicht einmal zu gedenken, daß er, nach dem Verhaͤltniß der Perſonen, auch die Begebenhei⸗ ten, welche vorfielen, im hoͤchſten Grade ſchlecht vortrug.

Als Madonna Oretta dies hoͤrte, brach ihr dar⸗ über oftmals der Schweiß aus, und ward faſt ohn⸗ maͤchtig, ſo als wenn ſie krank waͤre, oder gar ver⸗ ſcheiden ſollte. Da ſie nun aber dies nicht länger aus⸗ halten konnte, und ſah, daß der Ritter ſo in die Patſche gekommen war, und mit Ehren nicht wieder herauskommen konnte, ſagte ſie ſcherzhaft: Meſſer, Euer Gaul hat einen zu harten Frott, deshalb bitte ich Euch, ſeyd ſo gut, und ſetzt mich wieder auf meine Fuͤße.

Der Ritter, welcher zum guten Gluͤck ein beſſe⸗ rer Begreifer als Erzaͤhler war, verſtand dieſe Rede ganz wohl, nahm ſie aber in Scherz und Spaß, legte ſeine Hand an andere Novellen, und ließ die, die er angefangen, aber ſo ſchlecht verfolgt hatte, unbeendet liegen.

Zweite Novelle.

Ciſti, ein Baͤcker, macht Meſſer Geri Spma durch ein Witzwort auf ſeine unbedachtſame Frage aufmerkſam.