Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
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Sechſter Tag⸗

Während Liziska ſprach, brachen die Damen in ein ſo lautes Gelaͤchter aus, daß man ihnen alle Zaͤhne im Munde haͤtte herausnehmen koͤnnen. Die Koͤnigin hatte ihr gewiß wol mehr als ſechs Mal Stillſchweigen aufgelegt, aber das half nichts, ſie hielt nicht eher inne, als bis ſie alles, was ſie ge⸗ wollt, geſagt hatte.

Als ſie aber ihren Worten ein Ende gemacht hatte, wandte ſich die Koͤnigin laͤchelnd zu Dioneus, und ſagte: Dioneus, das iſt eine Frage fuͤr Dich, und daher wirſt Du, wenn un ſere Novellen beendigt ſeyn werden, die Final-Sentenz daruͤber geben.

Hierauf gab Dioneus ſchnell zur Antwort: Gnaͤ⸗ dige Frau, das Urtheil iſt geſprochen, ohne ſonſt noch etwas zu hoͤren, und ich ſage, Liziska hat recht, denn ich glaube, es iſt ſo, wie ſie ſagt, und Tinda⸗ rus iſt ein Narr.

Als Liziska dies hoͤrte, ſing ſie laut an zu la⸗ chen, drehte ſich zu Tindarus um, und ſagte: Das habe ich wohl geſagt. Geh mit Gott! glaubſt Du denn das beſſer zu wiſſen, als ich, denn Du biſt ja noch nicht hinter den Ohren trocken. Großen Dank! man hat doch auch nicht umſonſt gelebt; Nein, ge⸗ wiß nicht!

Haͤtte ihr nun nicht die Koͤnigin mit einem bö⸗ ſen Geſichte Stillſchweigen aufgelegt, und befohlen, daß ſie weiter kein Wort vorbringen oder noch mehr Laͤrm machen ſollte, wenn ſie nicht ausgepeitſcht ſeyn wollte, und dann ſie mit ſammt dem Tindarus fort⸗