166 Sechſter Tag. war, mit einem ſehr boͤſen Geſichte zu ihm und ſagte:
Was? Du Rindvieh von einem Menſchen, Du unterſtehſt Dich, wenn ich da bin, zuerſt reden zu wollen? laß mich ſprechen. Und zu der Koͤnigin gewandt, ſagte ſie:
Gnaͤdige Frau, der will mich Sikofante's Frau kennen lehren, und gerade, als wenn ich nicht mit ihr umgegangen waͤre, will er mir weiß machen, in der Nacht zuvor, ehe Sikofante bei ihr geſchla⸗ fen, wäre Meſſer Mazza mit Gewalt und vie⸗ lem Blutvergießen in Monte Nero eingedrungen; und ich ſage, das iſt nicht wahr, vielmehr zog er ganz friedlich und mit Wohlgefallen derer, die ſchon darin waren, ein. Und er iſt ſo ein dummer Kerl, daß er in vollem Ernſte glaubt, die Maͤdchen wären ſo thoͤricht, ihre Zeit zu verlieren, waͤhrend der Va⸗ ter und die Bruͤder troͤdeln und troͤdeln, daß ſie un⸗ ter ſieben Malen gewiß ſechs Mal drei oder vier Jahre laͤnger paſſen, ſie zu verheirathen, als ſie es noͤthig hätten; da waͤren ſie wol große Naͤrrinnen, wenn ſie ſo lange warten wollten. Beim heiligen Chriſt, ich muß doch wol wiſſen, was ich ſpreche, wenn ich ſchwoͤre. Keine von meinen Nachbarinnen iſt als eine reine Jungfer zum Manne gekommen; und auch von den verheiratheten weiß ich ſehr wohl, wie viel und was fuͤr Naſen ſie ihren Maͤnnern dre⸗ hen; und der Schafskopf will mich die Weiber ken⸗ nen lehren, als wenn ich geſtern erſt zur Welt ge⸗ kommen wäre.


