Vierter Tag.
vekenne es frei, daß ich Unrecht gethan habe; aber wer hat nicht ein Mal Unrecht gethan? Mir thut es ſehr leid, daß ich es gethan habe, und zwar nicht ſowol um dies, als auch um das, was daraus er⸗ folgt iſt, nämlich daß Ruggieri daruͤber das Leben verlieren kann. Deshalb bitte ich Sie, ſo viel ich nur immer kann, verzeihen Sie mir und geben Sie mir die Erlaubniß, daß ich hingehen kann um Rug⸗ gieri zu helfen, ſo viel in meinen Kraͤften ſteht.
Da der Arzt ſie angehoͤrt hatte, antwortete er, ſo zornig er auch war, ſpoͤttelnd ihr: Du haſt Dir ſelbſt Verzeihung daruͤber zu geben, daß, da Du vieſe Nacht einen jungen Mann bei Dir zu haben glaubteſt, der Dir tuͤchtig den Pelz ausklopfte, Du eine Schlafmuͤtze bei Dir gehabt haſt. Darum geh, und ſuche Deinen Liebſten zu retten, kuͤnftig aber huͤte Dich, ihn wieder ins Haus zu bringen, ſonſt wuͤrde ich Dir fuͤr dies Mal und auch fur's kuͤnftige dafuͤr auszahlen.
Das Mädchen, was ſeine Sache fuͤr's erſte Mal ganz geſcheut ausgefuͤhrt zu haben glaubte, lief, was ſie nur konnte, nach dem Gefaͤngniſſe hin, in wel⸗ chem Ruggieri ſaß, und ſchmeichelte den Stockmei⸗ ſter ſo lange, bis er ſie mit Ruggieri ſprechen ließ. Sobald ſie ihn von dem unterrichtet hatte, was er dem Blutrichter antworten ſollte, wenn er gerettet zu ſeyn wuͤnſchte, that ſie alles, um vorher zu dem Blutrichter hinzukommen.
Ehe dieſer aber ihr Gehoͤr geben wollte, ver⸗ ſuchte er, da ſie ſo bluͤhend und flink war, die chriſt⸗


