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Zehnte Novelle.
nun ſeinen Patienten kuriren wollte; und da er fand, daß die Caraffine leer wäre, tobte er gewaltig dar⸗ uber, daß nichts im Hauſe im Stande bleiben koͤnnte.
Die Frau, die von einem ganz andern Schmerze aufgeregt war, antwortete ſehr aufgebracht: Mann, was wuͤrdeſt Du erſt uͤber eine wichtige Sache ſagen⸗ wenn Du ſchon uͤber eine Flaſche mit Waſſer einen ſolchen Laͤrm machſt? Gibt es denn keine andere mehr in der Welt?
Hierauf ſagte der Doktor: Frau, Du denkſt, das iſt klares Waſſer geweſen, das iſt nicht an dem, es war ein zum Schlafmachen präparirtes Waſſer; und nun erzaͤhlte er ihr, zu welchem Zwecke er es gemacht habe.
Sobald die Frau dies gehoͤrt, merkte ſie ſo⸗ gleich, warum Ruggieri, nachdem er es getrunken hatte, ihnen wie todt vorgekommen waͤre, und ſagte⸗ Mann, das haben wir nicht gewußt, kannſt Dir ja ein anderes machen.
Da der Doktor ſah, daß es nicht anders ſeyn konnte, ließ er ein neues zubereiten.
Nicht lange nachher kam das Mäͤdchen zuruͤck, welches auf Befehl der Frau hingegangen war, um zu erfahren, was man uͤber Ruggieri ſpräche, und ſagte: Madam, von Ruggieri ſpricht ein Jeder ſchlecht, und, nach dem, was ich habe merken koͤn⸗ nen, hat er weder einen Freund noch einen Anver⸗ wandten, der ihm zu helfen aufgeſtanden wäre, oder auch nur haͤtte aufſtehen wollen; daher glaubt man fuͤr ganz gewiß, daß der Blutrichter ihn morgen


