Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
Einzelbild herunterladen

⸗

m, nn

Zehnte Novelle. 23

ihm auch ſehr gefiel, wandte er ebenfalls wieder ihr ſeine ganze Liebe zu. Er hieß Ruggieri da Jeroli, von edlem Herkommen, aber von ſchlechtem Leben, tadelnswerthen Sitten, dergeſtalt, daß ihm weder ein Anverwandter noch ein Freund uͤbrig geblieben war, der ihm wohlwollte, noch zu ſehen wuͤnſchte; und in ganz Salerno war er durch Diebereien und andere niedertraͤchtige Handlungen beruͤchtigt. In⸗ deſſen hierum kuͤmmerte ſich die Frau wenig, da er hr wegen etwas ganz Anderem gefiel. Sie richtete s daher mit ihrem Mädchen ſo ein, daß ſie ſich ein Mal zuſammen fanden, und nachdem ſie ihr Vergnu⸗ gen mit einander genoſſen hatten, fing die Dame an, im ſein vergangenes Leben vorzuwerfen und ihn zu btten, er moͤchte doch um ihretwillen dergleichen Linge unterlaſſen, und um ihm Veranlaſſung zu ge⸗ be, daß er es thun mochte, ünterſtuͤtzte ſie ihn jetzt mt dieſer, jetzt mit einer andern Summe Geld. Da ſie beiderſeits hierbei ziemlich vorſichtig zu Wrke gingen, ereignete es ſich, daß dem Arzte ein Krinker in die Haͤnde fiel, der einen Schaden am Fuſe hatte. Nachdem er den Schaden beſichtigt, ſage er zu den Anverwandten, wenn er ihm nicht den Faulen Knochen, den er am Beine haͤtte, heraus⸗ nehnen könnte, muͤßte ihm nothwendig entweder das ganze Bein abgenommen werden, oder er muͤßte ſter⸗ ben; durch das Herausziehen des Knochens koͤnne er geheilt werden, dennoch aber koͤnne er ihn nicht an⸗ ders aß fuͤr todt annehmen. Da ſich ſeine Angeho⸗