Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
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Zehnte Novelle.

vielem Schmerz und vielen Thraͤnen zuſammenge⸗ bracht, in der Kapelle des Schloſſes der Dame ſelbſt in ein und eben daſſelbe Grabmal beigeſetzt, und daruͤber bedeutungsvolle Verſe geſchrieben, wer die darin Begrabenen waͤren, und die Art und der Grund ihres Todes.

Zehnte Novelle.

Die Frau eines Arztes packt ihren Geliebten, von Opium betäubt, in einen Kaſten; zwei Wucherer nehmen dieſen, mit ſamt demſelben, mit nach Hauſe. Jener kommt wieder zu ſich und wird fuͤr einen Raͤuber gehalten. Das Maͤdchen der Frau erzählt vor Gericht, ſie habe ihn in den von den Wucherern geſtohlenen Kaſten geſteckt, weshalb er dem Galgen entgeht, die Pfandleiher aber fuͤr den geſtohle⸗ nen Kaſten zu einer Geldſtrafe verurtheilt werden.

Nur allein dem Dioneus war, da der Koͤ⸗ nig ſeiner Erzaͤhlung ein Ende gemacht hatte, noch ſeine Bemuͤhung uͤbrig geblieben; dies ſah er ein, und daher begann er, da es der Koͤnig ihm aufge⸗ geben hatte, alſo:

Die Erzaͤhlungen von dem Elende ungluͤcklich Liebender, hat, meine Damen, wenn auch nicht Euch,

doch mir die Augen und das Herz nun ſchon ſo ge⸗

truͤbt, daß ich ſehnlichſt gewuͤnſcht habe, ſie haͤtten ihr Ende erreicht. Gott ſey gelobt, aber nun ſind ſie zu Ende, es muͤßte denn ſeyn, daß ich zu dieſer ſchlechten Waare noch eine elendere Zugabe geben wollte, wovor mich aber Gott bewahren ſoll! Ohne daher in dieſer ſchmerzlichen Materie noch weiter fortzufahren, will ich, von einer etwas froͤhlicheren