Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
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Neunte Novelle.

viele andere vortreffliche Gewuͤrze dazu, und machte einen der koͤſtlichſten Leckerbiſſen daraus.

Als es Zeit war, ſetzte ſich Meſſer Wilhelm mit ſeiner Frau an den Tiſch; die Speiſe kam, er aber, durch das von ihm begangene Bubenſtuͤck in Gedan⸗ ken verhindert, wenig. Der Koch ſchickte ihm das Ragout, was er vor ſeine Frau hinſetzen ließ, er ſelbſt that, als haͤtte er dieſen Abend keinen Hun⸗ ger, lobte es ihr aber ganz außerordentlich.

Die Frau hingegen, welche Hunger hatte, fing an davon zu eſſen, und fand es gut, und daher ſie es ganz und gar auf.

Als der Ritter geſehen, daß die Frau es ganz und gar verzehrt hatte, ſagte er: Frau, was hal⸗ tet Ihr von dieſer Speiſe?

Die Frau antwortete: Mein werther Herr, auf mein Wort, ſie hat mir ſehr gefallen.

Soll mir Gott helfen, ſagte der Ritter, das glaube ich Euch, ich wundere mich auch gar nicht daruͤber, wenn das auch todt Euch gefallen hat, was lebendig Euch mehr als alles Andere gefiel.

Die Frau ſtutzte ein wenig, als ſie dies hoͤrte; dann aber ſagte ſie: Wie? was iſt das, was Ihr mich habt eſſen laſſen?

Der Ritter antwortete: das, was Ihr gegeſſen habt, iſt wahrhaftig das Herz Meſſer Wilhelm Gu⸗ ardaſtagno's geweſen, was Ihr, als eine treuloſe Frau, ſo ſehr geliebt habt; und darum ſeyd gewiß uͤberzeugt, es war es wirklich, da ich es ihm mit die⸗