Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
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Neunte Novelle. 17

ſogleich an Guardaſtagno bekannt machte, und ihm ſagen ließ, daß er, wenn er Luſt haͤtte, zu ihm kommen moͤchte, dann wollten ſie gemeinſchaftlich uberlegen, ob ſie auch hingehen wollten, und auf welche Art.

Guardaſtagno antwortete ihm ganz vergnügt, er wuͤrde unausbleiblich den andern Tag bei ihm zu Abend eſſen.

Da Roſſiglion dies hoͤrte, dachte er, es moͤchte wol die Zeit gekommen ſeyn, daß er ihn umbringen könnte. Er bewaffnete ſich daher am folgenden Tage, ſtieg mit einem ſeiner Diener zu Pferde, und legte ſich etwa eine Miglie weit von ſeinem Schloſſe an einem Orte in den Hinterhalt, wo Guardaſtagno vor⸗ veikommen mußte. Nachdem er ihm ſchon eine ganze Zeit aufgelauert hatte, ſah er ihn, unbewaff⸗ net, mit zweien ſeiner Diener hinter ſich, welche eben ſo unbewaffnet waren, wie er, der ſich nichts von ihm verſah, kommen. Als er nun bemerkte, daß er an den Ort gekommen war, wohin er ihn haben wollte, ging er treuloſer Weiſe und voll Tuͤcke mit einer Lanze in der Hand, auf ihn los, und rief ihm zu: Du biſt des Todes! und dies ſagen, und mit dieſer Lanze ihm die Bruſt durchbohren, war Eins.

Guardaſtagno, ohne irgend eine Vertheidigung anwenden, oder nur ein Wort ſagen zu koͤnnen, fiel von jener Lanze durchbohrt, und ſtarb bald darauf. Seine Diener, ehe ſie noch einmal erkannten, wer dies gethan haͤtte, warfen den Kopf ihrer Pferde, ſo

Voccaccio's ſaͤmmtl. W. 4. 2