Vierter Tag.
Um Gotteswillen ſchreie nicht, ich bin Dein Hieronimus.
Sobald ſie dies hoͤrte, ſagte ſie zitternd und be⸗ bend:
Bei Gott im Himmel, Hieronimus, geh! Die Seit iſt voruͤber, als es uns in unſerer Kindheit nicht verargt ward, in einander verliebt zu ſeyn. Ich bin, wie Du ſiehſt, verheirathet, deshalb ſchickt es ſich fuͤr mich nicht, auf einen andern Mann zu achten, als auf meinen Mann. Alſo bitte ich Dich, beim allmächtigen Gott, geh! Wenn mein Mann Dich hier fände, ſo waͤre die unausbleibliche Folge, geſetzt auch, es erfolgte kein anderes Ungluͤck dar⸗ aus, daß ich nimmermehr mit ihm noch in Fried' und Ruhe leben koͤnnte, da ich bis jetzt, von ihm geliebt, gut und ruhig mit ihm meine Tage ver⸗ bringe.
Sobald der iunge Mann dieſe Worte hoͤrte, fuͤhlte er den nagendſten Schmerz, und ob er ſie gleich an die vergangene Zeit und an ſeine Liebe, wel⸗ che ſich durch keine Entfernung verringert haͤtte, er⸗ innerte, und viele Bitten und die groͤßten Verſpre⸗ chungen hinzufuͤgte, erhielt er doch nichts von ihr. Da er nun keinen andern Wunſch hatte, als zu ſter⸗ ben, bat er ſie endlich, ſie moͤchte es zum Lohne ei⸗ ner ſolchen Liebe doch nur zugeben, daß er ſich ſo lange zu ihr legen duͤrfte, bis er ſich ein wenig er⸗ waͤrmt haͤtte, denn durch das Warten auf ſie, wäre er ganz erfroren, und er verſpraͤche ihr, daß er we⸗ der ein Wort mit ihr ſprechen, noch ſie anruͤhren


