Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
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Achte Novelle. 7 Jochter eines Schneiders, unſeres Nachbaren, welche Salveſtra heißt, ſo verliebt, daß wenn wir ſie ihm nicht vorher wegnehmen, er ſie auf gut Gluͤck eines Tages, ohne daß wir das Mindeſte davon erfahren, zur Frau nimmt, und dann koͤnnte ich ja nimmermehr wie⸗ der froh werden; oder er wuͤrde ſich ihretwegen auf⸗ zehren, wenn er ſaͤhe, daß ſie an einen Andern ver⸗ heirathet wuͤrde. Daher ſcheint es mir am beſten zu ſeyn, daß Ihr ihn, um dem Allem zu entgehen, weit fort von hier in die Dienſte bei einem anderen Handlungshauſe irgendwo hinſchickt, damit, wenn er entfernt, ſie nicht mehr ſehen kann, ſie ihm aus dem Gedaͤchtniſſe kommt, und wir ihm hernach ein Maͤdchen, aus einer guten Familie, zur Frau geben koͤnnen.

Die Vormuͤnder ſagten, daß die Frau ganz ver⸗ nuͤnftig ſpraͤche, und daß ſie das nach ihren Kraͤften thun wuͤrden. Sie ließen ſich den jungen Mann ins Gewoͤlbe hinrufen, und einer ſagte ganz liebevoll zu ihm: Mein Sohn, Du biſt nun ſchon groß, es wird gut ſeyn, wenn Du ſelbſt fuͤr Dich zu ſorgen anfaͤngſt; deshalb wuͤrden wir uns ſehr freuen, wenn Du Dich eine Zeitlang in Paris aufhalten wollteſt, wo Du ſehen wirſt, wie ein großer Theil Deines Reichthums im Handel arbeitet;uͤberdies wirſt Du daſelbſt weit beſſer werden, weit geſitteter und weit rechtlicher, als Du es hier wuͤrdeſt geworden ſeyn, wenn Du jene Herren, jene Barone und jene Edel⸗ leute, welche dort ſind, ſehen und von ihren Sitten