Vierter Tag.
aus dem liebenden Herzen ihres Sohnes die Liebe 3 herauszureißen, welche vielleicht die Geſtirne ſelbſt
darin eingepflanzt hatten, und endlich hierdurch dahin gelangte, daß ſie ihm zugleich mit der Liebe auch die Seele aus dem Koͤrper herausjagte.— Es befand ſich alſo in unſerer Stadt, wie un⸗ ſere Vorfahren erzaͤhlen, ein großer und reicher Kauf⸗ 3 mann, deſſen Name Leonhard Sighieri war, welcher mit ſeiner Frau einen Sohn, Namens Hieronimus, hatte, nach deſſen Geburt er, da er ſeine Sachen ganz ordentlich eingerichtet, aus dieſem Leben ver⸗ ſchied. Die Vormuͤnder des Kindes leiteten zugleich mit ſeiner Mutter ſeine Angelegenheit auf eine red⸗ liche und logale Art. Der Knabe wuchs mit den Kin⸗
dern ſeiner andern Nachbarn auf, und mehr noch als mit irgend einem aus der Gegend, ward er mit ei⸗. nem Maͤdchen ſeines Alters, der Tochter eines Schnei⸗
ders, vertraut. Und da ſie aͤlter wurden, verwan⸗ delte ſich dieſer Umgang in ſo große und maͤchtige Liebe, daß Hieronimus kein anderes Gluͤck fuͤhlte, als wenn er ſie nur ſah; und gewiß auch ſie ihn nicht weniger liebte, als ſie von ihm geliebt ward. Die Aufſeherin des Juͤnglings, die dies bemerkte, ſchalt und ſtrafte ihn oftmals darum, und beklagte
ſich, als Hieronimus dennoch nicht zuruͤckbleiben konnte, gegen ſeine Vormuͤnder daruͤber, weil ſie wegen des großen Reichthums des Sohnes, ans einem Bauer einen Edelmann zu bilden glaubte. Daher ſagte
1 ſie zu ihnen: dieſes unſer Soͤhnchen, was kaum wol noch nicht ein mal vierzehn Jahre alt iſt, iſt in die
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