Achte Novelle.
Hieronimus liebt die Salveſtra, er geht auf Bitten der Mutter nach Paris, kommt zuruͤck und findet ſie verhei⸗ rathet; er geht auf eine verborgene Weiſe in ihr Haus, und ſtirbt an ihrer Seite„ und da er nach einer Kirche gebracht wird, ſtirbt auch Salveſtra ihm zur Seite.
S Novelle hatte ihr Ende, als auf Befehl des Koͤnigs, Neiphile ſo anfing:
Es gibt meiner Meinung nach, wackere Damen, einige, welche glauben, ſie wuͤßten mehr als andere, und ſie wiſſen doch weniger; deshalb waͤhnen ſie, ſie koͤnnten nicht allein dem Rathe der Menſchen, ſondern auch der Natur der Dinge ihren Verſtand entgegen ſetzen; und aus dieſem Wahne ſind ſchon die groͤß⸗ ten übel entſtanden, aber irgend etwas Gutes yat man noch niemals daraus entſtehen ſehen. Und weil unter anderen natuͤrlichen Gegenſtaͤnden, die Liebe gerade am wenigſten Rath oder auch wol eine Ge⸗ genwirkung annimmt, indem ſie von ſolcher Beſchaf⸗ fenheit iſt, daß ſie ſich eher durch ſich ſelbſt verzeh⸗ ren als aus Vorſicht vertilgt werden könnte, ſo fallt es mir ein, Euch eine Novelle von einer Frau zu erzählen, welche, indem ſie weiſer zu ſeyn ſuchte, als es ihr zukam, als ſie es in der That war, und es ferner auch die Sache ertrug, in welcher ſie vor⸗ zuͤglich ihren Verſtand ſich zu zeigen bemuͤhte, glaubte


