Anmerkungen. 173
S. 91 8. 10, indem man ihm gelbe Blu⸗ men auf ſchwarzen Grund ſetzte, eine Witzelei
auf die Kleidung der zum Feuertode Verdammten, die mit
allerlei furchtbaren Figuren, brennenden Flammen u. dgl. bemalt oder beſetzt wurde. Achte Novelle.
S. 100 8. 2, Empfind ſamkeit: Erfindſam⸗ keit.
S. 101 8. 16, ein Hofmann. Man muß dar⸗ unter nicht nach unſerer jetzigen Zeit einen Hoͤfling verſte⸗ hen, ſondern wie Sismondi in ſeiner Literatur des ſuͤdli⸗ chen Europa's ſagt: Es waren Aerzte, Sterndeuter, Er⸗ zaͤhler und Troubadoure, welche die Kenntniſſe und Kuͤnſte Spaniens nach dem Norden brachten Ihr Ehrgeiz ging vielleicht nicht weiter, als die geſchaͤftsloſen Großen zu unterhalten, und ihnen durch Schmeicheleien zu gefallenz die Belohnung, die ſie ſich verſprochen hatten, und die ſie von den Fuͤrſten erhielten, beſtand in der Theilnahme an den Feſten, welche ſie durch ihre Erzaͤhlungen und Ge⸗ ſänge belebten, und in Geſchenken an Kleidern und Pfer⸗ den. Sie theilten den Fuͤrſten die ganze poetiſche Ge⸗ müthsbewegung mit, welche ſie ſelbſt fuͤhlten, und indem der Gegenſtand ihrer Geſaͤnge ihren eigenen Charakter er⸗ hob, wurden ſie die Lehrer der Fuͤrſten. Anfänglich ſan⸗ gen die Troubabouren ſelbſt ihre Gedichte(Trouves) an den Hofen und Feſten, in der Folge aber ließen ſie ſie ſingen von ihren Jongleurs. Dieſe, in einem durchaus untergeordneten Verhaͤltniß, uͤbernahmen es, die Geſell⸗ ſchaften, wo ſie Zutritt hatten, mit ihren Erzaͤhlungen, mit den Verſen, die ſie gelernt hatten, und die ſie auf verſchiedenen Inſtrumenten begleiteten, und mit Taſchen⸗ ſpieler- und Poſſenreißerſtüͤckchen zu erluſtigen, wie wir ſie unter andern in der erſten Novelle des zweiten Tages werden kennen lernen. Und gegen dieſe iſt dis folgende Invektive unſeres Boccaccio gerichtet.
Zehnte Novelle. S. 110 3. 13, und obgleich ꝛe.


