Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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Fuͤnfte Novelle. 165

Und da ich doch wol von jetzt an kein anderes Mal mehr mit Dir hieruͤber reden werde, ſo ſieh zu, daß Du am Abend des Tages, an welchem Du am Fen⸗ ſter meiner Kammer, welche uͤber unſerm Garten liegt, zwei Handtuͤcher wirſt ausgeſpannt ſehen, aber, nimm Dich wohl in Acht, daß Dich Keiner ſieht durch die Garrenthuͤr zu mir kommſt; dann wirſt Du mich finden, ich werde Dich erwarten, und die ganze Nacht wollen wir in Freud' und Vergnuͤ⸗ gen, Einer mit dem Andern, ſo wie wir es wuͤn⸗ ſchen, zubringen.

Nachdem der Zierling in der Perſon der Dame alſo geſprochen hatte, fing er nun wieder fuͤr ſich ſelbſt an zu reden, und antwortete auf folgende Art:

Geliebteſte Frau, die zu große Freude uͤber Eure herrliche Antwort hat alle meine hoͤheren Kräfte ſo eingenommen, daß ich kaum eine Antwort hervor⸗ bringen kann, um Euch meinen ſchuldigen Dank zu ſagen, und wenn ich auch, wie ich es wuͤnſchte, re⸗ den könnte, ſo wuͤrde dennoch kein Ausdruck ſo ſtark ſeyn, daß er mir hinreichend waͤre, um Euch ſo danken zu koͤnnen, wie ich es wuͤnſchte, und wie es mir zu thun zukaͤme; darum bleibe es Eurem guͤti⸗ gen Ermeſſen uͤberlaſſen, das, was ich wuͤnſche, ſelbſt einzuſehen, da ich es mit Worten nicht aus⸗ druͤcken kann. Nur allein das ſage ich Euch, daß ich alles Ernſtes darauf denken werde, es ſo auszu⸗ fuͤhren, wie Ihr es mir auferlegt habt; und dann, durch das große Geſchenk, was Ihr mir zugeſtanden habt, vielleicht noch um ſo mehr ermuthiget, werde