164 Dritter Tag.
von dieſer nnterſtutzt, einen neuen Entſchluß, ſo daß er im Geiſte der Frau, als wenn ſie auf ſeine Re⸗ den gehoͤrt haͤtte, ſich ſelbſt auf dieſe Art zu ant⸗ worten anfing:
Mein Zierling, wahrlich, ſchon ſeit langer Zeit habe ich es gemerkt, wie groß und vollkommen Deine Liebe zu mir iſt, und jetzt erkenne ich es durch Deine Worte noch um ſo mehr, und ich freue mich dar⸗ uͤber, ſo wie es meine Schuldigkeit iſt. So oft ich Dir daher auch wol hart und grauſam geſchienen haben mag, ſo mochte ich doch nicht gern, daß Du glaubteſt, ich waͤre in meinem Sinne das wirklich geweſen, was ich in meinem Geſichte zeigte; viel⸗ mehr habe ich Dich immer geliebt, und vor jedem andern Mann lieb gehabt; aber ſo habe ich handeln muͤſſen, theils aus Furcht vor Andern, theils um den Ruf meiner Tugend zu erhalten. Allein nun kommt die Zeit, wo ich Dir deutlich werde zeigen koͤnnen, ob ich Dich liebe, und wo ich Dir den Lohn werde fuͤr die Liebe geben koͤnnen, die Du fuͤr mich gehabt haſt und noch haſt. Darum gib Dich zufrie⸗ den, und lebe guter Hoffnung, denn Meſſer Fran⸗ cesko wird, wie Du weißt, in einigen Tagen als Stadtrichter nach Mailand gehen, wozu Du ihm, aus Liebe zu mir, das ſchoͤne Reitpferd geſchenkt haſt; ſobald er nun fort ſeyn wird, verſpreche ich Dir bei meiner Treue, und bei der aufrichtigen Liebe, die ich fuͤr Dich hege„ ſollſt Du unfehlbar in ein paar Tagen zu mir kommen, wo wir uns unſerer Liebe froͤhlich und ganz und gar dahin geben wollen.


