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Fuͤnfte Novelle. 163
Erden lebt. Ich hoffe, Eure Willfährigkeit wird ſo groß ſeyn, daß Ihr nicht zugeben werdet, ich ſollte fuͤr meine große und innige Liebe den Tod zum Lohn erhalten, ſondern Ihr werdet durch eine freund⸗ liche und liebevolle Antwort meine Lebensgeiſter ſtaͤr⸗ ken, welche furchtſam bei Eurem Anblick erbeben. Hier ſchwieg er, und da er nach tiefen Seufzern einige Thraͤnen ſeinen Augen entfallen ließ, erwar⸗ tete er, was die edle Dame ihm antworten wuͤrde. Die Dame, welche weder durch das lange S⸗ ren, die Waffenſpiele, die Morgenmuſiken, noch durch die von dem Zierling aus Liebe fuͤr ſie ange⸗ ſtellten aͤhnlichen Sächelchen, hatte geruͤhrt werden können, ward durch die von dem feurigſten Liebhaber geſprochenen Worte ſo geruͤhrt, daß ſie, was ſie an⸗
fangs nicht gefuͤhlt hatte, zu fuͤhlen anfing, näm⸗
lich, daß es Liebe waͤre. Und ob ſie gleich, um dem ihr von ihrem Manne gegebenen Befehl nachzukom⸗ men, ſchwieg, ſo konnte doch ein Seufzerchen das nicht verbergen, was ſie dem Zierling gern durch eine Antwort deutlich geſagt haben wuͤrde.
Nachdem der Zierling ein wenig gewartet hatte, und ſah, daß keine Antwort erfolgte, wunderte er ſich anfangs, dann aber merkte er, was der Cava⸗ lier wol fuͤr Kuͤnſte angewendet haben moͤchte. Er ſah ſie daher ſcharf in's Geſicht, und bemerkte ei⸗ nigemal ein gewiſſes Blinzeln mit den Augen nach ſich hin, überdies unterdruͤckte ſie Seufzer, die ſie nicht mit aller ihrer Macht ihrer Btuſt entſteigen ließ; deshalb faßte er einige gute Hoffnung, und,


