Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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Fuͤnfte Novelle. 161

geſehen zu haben glaube, in mir erweckt hat; aller der lobenswuͤrdigen Sitten und einzigen JTugenden, die ſich bei Euch finden, und die jeden Menſchen von der erhabenſten Geſinnung feſſeln muͤßten, nicht zu gedenken; daher bedarf es wol nicht erſt der Worte noch, um Euch zu beweiſen, daß meine Liebe groͤßer und gluͤhender iſt, als ſie je ein Mann gegen eine Frau empfunden hat, und daß ſie immer die⸗ ſelbe bleiben wird, ſo lange mein elendes Leben dieſe Glieder aufrecht erhaͤlt, und noch mehr, wenn man auch dort noch, ſo wie hier, liebt, ſo werd' ich Euch ewig lieben. Darum koͤnnt Ihr gewiß ſeyn, Ihr habt nichts, was es auch ſeyn mag⸗ ſo werth oder unwerth, was Ihr in ſolchem Grade das Eu⸗ rige nennen, oder worauf Ihr bei jeder Gelegenheit ſo rechnen koͤnntet, als auf mich, was fuͤr einen Werth ich auch immer nur haben mag, oder auf ir⸗ gend Etwas von dem Meinigen. Und damit Ihr hieruͤber den ſicherſten Beweis bekommen moͤget, ſo ſage ich Euch, das wuͤrde ich für ein weit groͤßeres Glück halten, wenn es Euch gefallen moͤchte, mir et⸗ was, was ich ausfuͤhren koͤnnte, anzubefehlen, als wenn auf meinen Wink mir ſogleich die ganze Welt gehorchte. Wenn ich daher der Eurige in dem Grade vin, wie Ihr gehoͤrt habt, daß ich es bin, ſo darf ich mich wol nicht unverdienter Weiſe erdreiſten, meine Bitten Eurer Hoheit vorzutragen, von wel⸗ cher allein nur, und von ſonſt nichts anderem, alle meine Ruhe, all' mein Gluͤck und mein einziges Wohl abhaͤngen kann, und daher bitte ich, als Euer Boccaccio's ſaͤmmtl. W. 2. 11