160 Dritter Tag.
Ihr es erhalten, wenn Euch dieſe Bedingung gefällt,
daß ich, ehe Ihr es hinnehmt, mit Eurer Erlaub⸗ niß, und unter Eurem Beiſeyn einige Worte mit Eurer Gemahlin reden darf, und zwar ſo weit von jedem andern Menſchen entfernt, daß ich von Keinem, als nur von ihr, gehoͤrt werden kann.
Der Cavalier, vom Geiz gelockt, und in der Hoffnung, jenem eine Naſe zu drehen, antwortete, das wäre er zufrieden, und ſo lange er nur wollte. Er verließ ihn ſogleich im Saale ſeines Pallaſtes, und ging in das Zimmer ſeiner Frau; und da er ihr geſagt hatte, wie er auf eine ſo leichte Art das Roß erhalten konnte, forderte er von ihr, daß ſie, um den Zierling anzuhoͤren, mit ihm kommen, aber ſich wohl vorſehen moͤchte, daß ſie ihm auf alles, was er ſagte, auch nicht ein Wort antwortete.
Die Frau fand dies ſehr tadelnswuͤrdig, indeſ⸗ ſen, da ſie den Wuͤnſchen ihres Mannes nachkom⸗ men wollte, ſagte ſie, ſie wuͤrde es thun. Hierauf folgte ſie ihrem Manne nach dem Saale, um zu hoͤ⸗ ren, was ihr der gierling ſagen wollte.
Nachdem der Cavalier den Vertrag noch einmal feſt gemacht hatte, ſetzte jener ſich an der einen Seite des Saales, von jedem Andern weit entferut, mit der Dame nieder, und fing ſo zu reden an:
Achtbare Frau! Ihr ſcheint mir, ohne allen Zweifel, ſo weiſe zu ſeyn, daß Ihr ſchon ſeit lan⸗ ger Zeit ſehr wohl habt einſehen koͤnnen, was fuͤr eine Liebe zu Euch Eure Schoͤnheit, welche ohne alle Widerrede jede andere uͤbertrifft, die ich jemals nur
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