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Fuͤnfte Novelle. 159
Mailand gehen, und hatte ſich, um ehrenvoll da⸗ ſelbſt zu erſcheinen, mit allem Noͤthigen verſehen, nur fehlte es ihm noch an einem Roſſe, was ſchoͤn genug fuͤr ihn geweſen waͤre; und da er keins fin⸗ den konnte, was ihm gefiel, ſo ging ihm das ſehr im Kopfe herum.
Damals befand ſich in Piſtoja ein junger Mann, Namens Richard, von geringem Herkommen, aber ſehr reich, und welcher immer ſo zierlich und nett gekleidet umherging, daß er allgemein von Allen der Zierling genannt ward. Schon lange Zeit hatte er Meſſer Francesko's Frau geliebt, doch ungluͤcklich den Hof gemacht, denn ſie war ſehr ſchon, aber auch uͤberaus ſittſam. Dieſer beſaß gerade damals eins der ſchoͤnſten toskaniſchen Reitpferde, und hatte es, eben ſeiner Schoͤnheit wegen, außerordentlich lieb. Da es allgemein bekannt war, daß er der Frau Meſ⸗ ſer Francesko's den Pof machte, ſo ſagte einer zu
dieſem, daß, wenn er den darum bäte, er es gewiß
aus Liebe, welche der Zierling fuͤr ſeine Frau hegte, bekommen wuͤrde.
Herr Frances o, vom Geize getrieben, ließ ſich den Zierling rufen, bat ihn, ihm ſein Reitpferd zr verkaufen, damit der Zierling es ihm allenfalls zum Geſchenk anbieten moͤchte.
Als der Zierling dies hoͤrte, kitzelte es ihn, und er antwortete dem Cavalier: Herr, wenn Ihr mir auch Alles, was Ihr auf der Welt nur habt, geben wolltet, ſo koͤnntet Ihr durch Kauf nimmermehr mein Pferd bekommen; aber zum Geſchenk konnt


