Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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158 Dritter Tag.

woruber ihr der Herr Moͤnch, als ſo barmherzig, große Reichthumer zukommen ließ.

Fuͤnfte Novelle.

Ein Sierling ſchenkt an Herrn Francesko Vergelleſt ein Roß, wodurch er die Erlaubniß erhaͤlt, mit der Frau deſſelben reden zu duͤrfen; da ſie aber ganz ſtill ſchweigt⸗

antwortet er ſich ſelbſt in ihrer Perſon, und ſeiner Ant⸗ wort gemaͤß, geſchieht der Erfolg.

Pamphilus hatte nicht ohne Gelaͤchter der Frauen die Novelle von Bruder Puccio geendet, als die Koͤ⸗ nigin Eliſen ganz iüngferlich gebot, fortzufahren. Dieſe, etwas ſproͤder noch, wie ſonſt wol, doch eben nicht aus Bosheit, als vielmehr aus alter Gewohn⸗ heit, fing ſo zu reden an;

Es glauben viele, die viel wiſſen, daß ein An⸗ derer nichts wiſſe, und die ſehr oft, indem ſie An⸗ dern eine Falle zu legen glauben, nach der That ein⸗ ſehen, daß ihnen von Andern eine Falle gelegt wor⸗ den. Daher halte ich es fuͤr eine große Thorheit, wenn es ſich Jemand ohne Noth einfallen laͤßt, den Verſtand eines Andern auf die Probe ſtellen zu wol⸗ len. Indeſſen, weil vielleicht nicht Jeder meiner Meinung ſeyn moͤchte, ſo will ich, um der Reihe im Erzählen zu folgen, Euch das erzaͤhlen, was ei⸗ nem Cavalier aus Piſtoja begegnet iſt.

Es war in Piſtoja, in der Familie Vergelleſi, ein Cavalier, Namens Meſſer Franceskv, ein ſehr rei⸗ cher, kluger und üͤberaus vorſichtiger, aber grenzenlos geiziger Menſch. Dieſer ſollte als Stadtrichter nach

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