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Vierte Novelle. 151
uͤberdies noch, da er ſeine ganze Lage kannte, ihm wie ein Heiliger vorkam, fing Bruder Puccio an⸗ ihn je zuweilen mit ſich nach Hauſe zu nehmen, und vehielt ihn, wie es gerade die Gelegenheit gab, zum
Mittag⸗ und Abendeſſen bei ſich; auch die Frau war ebenfalls aus Liebe fuͤr den Bruder Puccio ver⸗ trauter mit ihm geworden, und bewirthete ihn recht
gern.
Da nun der Moͤnch den Umgang in Bruder Puc⸗ cio's Hauſe fortſetzte, und taͤglich die vluͤhende rund⸗ liche Frau ſah, merkte er, was das wol waͤre, wor⸗
an ſie vorzuglich Mangel litte, und dachte bei ſich
ſo daruͤber nach, ihr, wenn er es koͤnnte, denſelben
zu erſetzen, und den Bruder Puccio der Muͤhe zu uͤberheben. Und da er ein und ein ander Mal ſchlauer⸗
weiſe ſein Auge auf ſie geworfen hatte, brachte er es dahin, daß er in ihrem Sinne daſſelbe Verlangen entflammte, was er hatte. Kaum hatte der Moͤnch dies gemerkt, ſo entdeckte er ihr, ſobald ſich ihm nur die Gelegenheit dazu darbot, ſeinen Wunſch. Ob er nun zwar gleich ſie ganz bereitwillig dazu
fand, das Werk der Vollendung nahe zu bringen, ſo
war doch kein Mittel dazu ausfindig zu machen, weil ſie an keinem andern Orte in der Welt ſich getrauen wollte, mit dem Moͤnch allein zu ſeyn, als nur in ihrem Hauſe, und in ihrem Hauſe konnte das nicht ſeyn, weil Bruder Puccio nimmermehr das Feld räumte; woruͤber denn der Moͤnch großen Verdruß hatte. Nach langer Zeit endlich fiel ihm ein Mittel ein, wie er ohne allen Verdacht mit der Frau in


