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Siebente Novelle. 27
fallen in dem Garten umher. Und gleichſam, als wollte er von Seiten des Herzogs mit der Dame re⸗ den, wandte er ſich allein mit ihr nach einer Thuͤr hin, welche nach dem Meere hinaus fuͤhrte, und welche ſchon einer ſeiner Gefaͤhrten geoͤffnet hatte. Auf ein gegebenes Zeichen rief er die Barke, ließ die Dame ſchnell ergreifen und nach der Barke brin⸗ gen; dann wandte er ſich zu ihrer Dienerſchaft und ſagte zu derſelben:
Keiner ruͤhre ſich oder ſpreche ein Wort, wenn er nicht des Todes ſeyn will. Meine Abſicht iſt nicht, dem Herzoge ſeine Geliebte zu rauben, ſon⸗ dern die Schande zu tilgen, die er meiner Schweſter anthut.
Hierauf wagte Niemand etwas zu erwiedern, und Conſtantin beſtieg mit den Seinigen die Barke, naͤherte ſich der klagenden Dame, und befahl, die Ruder ins Meer zu tauchen und fortzufahren. So kamen ſie, nicht rudernd, ſondern fliegend mit An⸗ bruch des folgenden Tages nach Agina. Hier, ans Land geſtiegen, ergoͤtzte ſich Conſtantin mit der Da⸗ me, die ihre ungluͤckſelige Schonheit laut beklagte. Dann beſtiegen ſie die Barke wieder, kamen innerhalb weniger Tage nach Chios, und hier beliebte es Con⸗ ſtantin, aus Furcht vor Vorwuͤrfen von ſeinem Va⸗ ter, und daß ihm die geraubte Dame auch wie⸗ der genommen werden moͤchte, wie än einem ſichern Orte zu bleiben: woſelbſt dann die ſchoͤne Dame mehrere Tage ihr Ungluͤck beweinte. Indeſ⸗ ſen, von Conſtantin getroͤſtet, wie er es ſchon fruͤ⸗


