Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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Siebente Novelle. 25

thun; und da er in einem ſehr ſchoͤnen Garten, der an dem Orte war, wo ſich die Dame aufhielt, ein praͤchtiges Mittagseſſen hatte zubereiten laſſen, fuͤhrte er am andern Morgen ſie und noch einige andere Freunde mit ihr zu ſpeiſen hin. Als nun Conſtantin neben ihr ſaß, und er ſie immer mit mehr Bewun⸗ derung anſah, war er bei ſich uͤberzeugt, daß er nie etwas Schoͤneres geſehen habe, und daß der Herzog, und auch jeder Andere, deshalb ſehr zu entſchuldigen waͤre, der, um ſolch eine Schoͤnheit zu beſitzen, eine Verraͤtherei oder ſonſt irgend etwas Ungeziemendes begehen koͤnnte. Und da er ſie mehrere Male ange⸗ ſehen und ſie immer ſchoͤner gefunden hatte, ging es ihm nicht anders, als es dem Herzog gegangen war. Ganz in ſie verliebt ging er fort, ließ jeden Gedanken an Krieg fahren, und dachte nur allein darauf, wie er ſie dem Herzoge rauben koͤnnte, ver⸗ hehlte aber gegen einen Jeden ſeine Liebe durchaus. Als er nun auf dieſe Art ganz entbrannt war, ruͤckte die Zeit heran, dem Prinzen entgegen zu gehen, wel⸗ cher ſich den Laͤndern des Herzogs ſchon naͤherte. Deshalb zogen der Herzog, Conſtantin und alle die Andern, nach einem von Athen aus erhaltenen Be⸗ fehle, bis an die Grenzen hin und beſetzten dieſe, da⸗

mit der Prinz nicht weiter vorruͤcken koͤnnte. Da ſie

hier mehrere Tage verweilten, ſo glaubte Conſtan⸗ tin, der ſeinen Sinn und ſeine Gedanken nur ſtets auf die Dame gerichtet hatte, daß er jetzt, wo der Herzog nicht in der Naͤhe waͤre, ſehr gut ſein Ver⸗ gnuͤgen wuͤrde erreichen koͤnnen, und gab ſich als