Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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20 Zweiter Tag.

an, und beſonders der Herzog, der kaum glauben konnte, daß ſie ein ſterbliches Weſen waͤre; und da er, ſie nicht mit den Angen verlaſſend, des lieb⸗ lichen Giftes nicht gewahr ward, welches er mit den Augen einſog, und nur ſeinem Vergnuͤgen dadurch, daß er ſie beſtaͤndig anſah, zu genuͤgen glaubte, ſo verwickelte der Ungluͤckliche ſelbſt ſich ſo, daß er ſich gluͤhend in ſie verliebte.

Nachdem er zugleich mit dem Prinzen ſie ver⸗ laſſen und Zeit gewonnen hatte, bei ſich ſelbſt dar⸗ uber nachdenken zu koͤnnen, hielt er den Prinzen fuͤr gluͤcklicher, als jeden andern, daß er eine ſolche Schoͤnheit zu ſeinem Vergnuͤgen beſaͤße, und nach vielen und mannichfaltigen Gedanken, indem er mehr ſeine gluͤhende Liebe als ſeinen Anſtand in Betrach⸗ tung zog, beſchloß er, es moͤchte auch daraus entſte⸗ hen, was da wolle, den Prinzen dieſer Gluͤckſelig⸗ keit zu berauden, und ſich nach ſeinen Kraͤften da⸗ mit zu begluͤcken. Und da er glaubte, die Sache be⸗ ſchlennigen zu muͤſſen, ſo ſetzte er Recht und Ge⸗ rechtigkeit ganz bei Seite, und lenkte allen ſeinen Sinn auf Betrug.

Eines Jages, nachdem er mit einem geheimen Kämmerier des Prinzen, welcher Ciuriaci hieß, den ſchaͤndlichen Entſchluß gefaßt hatte, ließ er zu⸗ gleich im Stillen alle ſeine Pferde und ſeine Sachen in Bereitſchaft ſetzen, um fortgehen zu koͤnnen. Dar⸗ auf ward er in der folgenden Nacht zugleich mit ei⸗ nem Gefaͤhrten, Beide bewaffnet, von dem gedach⸗ ten Ciuriaci unvermerkt in das Schlafzimmer des