Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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18 Zweiter Tag.

ſie ſehr, der Zorn der Verwandten oder Freunde der beiden Schiffsherren moͤchte auf ſie fallen; allein die Bitten des Verwundeten und die ſchnelle Ankunft in Chiaranza befreiten ſie von der Gefahr des Todes. Nachdem ſie mit dem Verwundeten ans Land geſtiegen war, und mit ihm in einem Wirths⸗ hauſe verweilte, verbreitete ſich das Geruͤcht von ihrer Schoͤnheit bald durch die Stadt, und kam vor die Ohren des Prinzen von Morea, der ſich damals in Chiaranza aufhielt; er wollte ſie daher ſehen, und nachdem er ſie geſehen hatte, und ſie ihm noch weit ſchoͤner zu ſeyn ſchien, als das Geruͤcht davon ging, verliebte er ſich ſo ſehr in ſie, daß er an nichts anderes mehr denken konnte. Und nachdem er

gehoͤrt hatte, auf welche Art ſie hierher gekommen

waͤre, glaubte er, er koͤnne ſie auch haben. Er ſuchte daher Mittel und Wege, und da die Anver⸗ wandten des Verwundeten dies erfuhren, ſchickten ſie ſie ihm ſogleich zu, ohne auch nur noch einen Augen⸗ blick zu zaudern; dem Prinzen war es außerordent⸗ lich lieb, und auch der Dame ſelbſt, weil ſie einer großen Gefahr entgangen zu ſeyn glaubte.

Da der Prinz bald ſah, wie ſie außer ihrer Schoͤnheit auch mit koͤniglichen Sitten geziert waͤre, ſo hielt er dafuͤr, da er gar nicht anders erfah⸗ ren konnte, wer ſie waͤre, ſie muͤſſe eine edle Dame ſeyn, und ſeine Liebe verdoppelte ſich deshalb gegen ſie; er behandelte ſie ſehr ehrenvoll, und hielt ſie nicht als eine Geliebte, ſondern als ſeine eigene Ge⸗

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