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Siebente Novelle. 17 greifen und ins Meer zu ſtuͤrzen, ohne daß er ſich deſſen von ihnen verſehen koͤnnte; und wirklich hatten ſie ſich auch ſchon uͤber eine halbe Meile weiter entfernt, ehe nur einer bemerkt haͤtte, daß Marato ins Meer gefallen wäre. Sobald die Dame es er⸗ fuhr, und kein Mittel ſah, ihn wieder zu erhalten, äußerte ſie ihren Schmerz auf dem Schiffe von neuem; ſogleich kamen die beiden Liebenden herbei, ſie zu troͤſten, und ſuchten ſie mit ſuͤßen Worten und den groͤßten Verſprechungen, obgleich ſie nur wenig davon verſtand, und ſie nicht ſowohl den ver⸗ lornen Gemahl, als ihr Ungluͤck beweinte, zu beruhi⸗ gen. Nachdem ſie ein und das andere mal eine lange Unterredung mit ihr gepflogen hatten, und es ihnen vorkam, als haͤtten ſie ſie hinlaͤnglich ge⸗ troͤſtet, kam es unter ihnen ſelbſt zur Unterhandlung, wer ſie zuerſt von ihnen ins Bett fuͤhren ſollte. Und da ein jeder der erſte ſeyn wollte, unter ihnen aber keine Vereinigung Statt finden konnte, ſo fingen ſie zu⸗ erſt mit ernſten und harten Worten einen Zwiſt an, und von dieſem zum Zorn entftammt, griffen ſie zu den Dolchen und verſetzten ſich(da diejenigen, die auf dem Schiffe waren, ſie nicht von einander trennen konnten,) mehrere Stiche, ſo daß der eine ſo⸗ gleich todt niederfiel, der andere aber, obgleich an ſeinem Koͤrper ſchwer verwundet, dennoch am Le⸗ ben blieb.
Dies mißfiel der Dame ſehr, beſonders da ſie ſich hier ganz allein ohne Hülfe befand, und von
Keinem irgend einen Rath erwartete; ſo fuͤrchtete 2
Boccaccio's ſämmtl. W. 2.


