Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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12 Zweiter Tag.

Da die Dame dies ſah, und, nachdem ſie nun ſchon einige Tage dort verweilt hatte, an den Sit⸗ ten und Gebraͤuchen wahrnahm, daß ſie unter Chri⸗ ſten waͤre, unter denen es ihr wenig daran lag, ſich, wenn ſie es auch gekonnt haͤtte, zu erken⸗ nen zu geben, ſo merkte ſie es auch eben ſo gut, daß ſie mit der Zeit doch entweder aus Zwang, oder aus Liebe Periconen wuͤrde zu Gefallen leben muͤſſen; deshalb nahm ſie ſich mit einer Seelen⸗ groͤße vor, das Elend ihres Geſchickes unter die Fuͤße zu treten, und befahl ihren Frauen, deren ihr nur noch drei uͤbrig geblieben waren, daß ſie keinem Men⸗ ſchen jemals entdecken moͤchten, wer ſie waͤren, es muͤßte denn ſeyn, daß ſie ſich in dem Fall befaͤnden, wo ſie offenbare Huͤlfe zu ihrer Freiheit ſähen. überdies beſtaͤrkte ſie ſie vorzuͤglich darin, ihre Keuſchheit zu bewahren, indem ſie verſicherte, ſie waͤre feſt entſchloſſen, keinem Andern als nur ihrem Gemahl etwas uͤber ſich zuzugeſtehen. Die Frauen gaben ihr voͤllig Beifall und ſagten, daß ſie ihren Befehl nach allen ihren Kraͤften beobachten wuͤrden.

Pericone ward von Tage zu Tage immer hitzi⸗ ger, und das um ſo mehr, je naͤher er ſich dem er⸗ wuͤnſchten und ſich immer mehr verweigernden Ge⸗ genſtande befand, und da er ſah, daß alle ſeine Schmeicheleien ihm nichts halfen, ſo entſchloß er ſich zur Liſt und zu Kunſtgriffen, und ſparte ſich die Gewalt bis zuletzt auf. Da er einmal bemerkt hatte, daß die Dame Geſchmack an Wein faͤnde, ob⸗