Teil eines Werkes 
3. Bdchn. (1829)
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Siebente Novelle. 11

herausholen, und zugleich auch alle Koſtbarkei⸗ ten, welche ſich im Schiffe befanden und deren man habhaft werden konnte, und nahm ſie dann alle mit nach ſeinem Schloſſe. Hier ſtarkte er durch Speiſen und Ruhe die Frauen, und an ihren reichen Geraͤthſchaften merkte er ſogleich, daß die Jungfrau, die er gefunden hatte, eine edle Dame ſeyn muͤſſe, und beſonders an der Ehrerbietung, mit welcher er alle andere dieſer einzigen begegnen ſah. Und ob ſie gleich blaß und ihre ganze Geſtalt durch die Be⸗ ſchwerden des Meeres ſehr zerruttet war, ſo ſchien ſie Pericone'n doch ſehr ſchoͤn zu ſeyn: er war da⸗ her bald mit ſich einig, ſie, wenn ſie keinen Mann haͤtte, zur Frau zu nehmen, und, wenn er ſie nicht als Frau haben koͤnnte, wenigſtens ihre Freundſchaft zu erhalten. Pericone war ein Mann von ſtolzem Anſehen und ſehr kraͤftig; und da er die Dame ei⸗ nige Tage aufs Beſte hatte bedienen laſſen, weshalb ſie auch ganz wieder hergeſtellt war, und er ſie uͤber alle Beſchreibung ſchoͤn fand, ſo ſchmerzte es ihn ſehr, daß weder er ſie, noch ſie ihn verſtehen koͤnnte, und er daher auch nicht zu erfahren im Stande waͤre, wer ſie ſeyn moͤchte. Deſſenungeachtet war er uͤber alle Maßen von ihrer Schoͤnheit ſo eingenom⸗ men, daß er ſich durch ein freundliches und liebe⸗ volles Betragen alle Muͤhe gab, ſie dahin zu brin⸗ gen, ſeinen Wuͤnſchen nicht mehr zu widerſtreben; aber das half ihm alles nichts. Sie verſagte ganz und gar ſeinen genauern Umgang; deſto mehr aber ward Pericone's Glut entftammt.