8 Zweiter Tag.
daß die Schiffsleute ſich mehreremale fuͤr verloren hielten. Indeſſen, als tuͤchtige Leute, die alle Kunſt und Kraͤfte anwandten, hielten ſie den Sturm, mit dem ſie zu kämpfen hatten, zwei Tage lang aus, und obgleich nun ſchon, ſeitdem der Sturm angefangen, die dritte Nacht anbrach und er auch in dieſer noch nicht auf⸗ hoͤrte, ſondern immer noch wuchs, ſie gar nicht mehr wußten, wo ſie waren, es auch nach den Schifffahrts⸗
grundregeln nicht herausbringen konnten, am aller⸗
wenigſten aber, da der Himmel durch die Wolken und die finſtere Nacht ganz verdunkelt war, durch den Blick merkten, daß ſie nicht weit hinaus uͤber Majorka waͤren, ſo gewahrten ſie, daß das Schiff ſich aus den Fugen trenne. Zetzt ſahen ſie kein an⸗ deres Mittel zu ihrer Rettung mehr vor ſich, weil ein jeder nur auf ſich ſelbſt und auf keinen andern bedacht war, als daß ſie ein Boot ins Meer aus⸗ warfen, in welches die Schiffsherren hineinſprangen, weil ſie ſich lieber dieſem, als dem aus den Fugen getriebenen Schiffe anvertrauen wollten. Von allen Menſchen, ſo viel deren im Schiffe waren, ſprang einer nach dem andern in dieſes Boot hinein, ohg gleich die, welche zuerſt hineingeſtiegen waren, mitk den Dolchen in der Hand, es ihnen verwehrten, bis ſie ſich alle hineingeworfen hatten, und dem Tode, dem ſie zu entfliehen geglaubt, in die Haͤnde fielen. Denn da bei dem widerwaͤrtigen Wetter das Boot ſo viele nicht faſſen konnte, ſo ging es unter und alle kamen um, da hingegen das Schiff, welches von der Gewalt des Windes fortgeſtoßen, ob es gleich


