Siebente Novelle. noch zu erhöhen ſucht. Daher will ich euch erzäh⸗ len, wie ungluͤcklich eine ſchoͤne Sarazenin war, der es ihrer Schoͤnheit wegen widerfuhr, in etwa vier Jahren neun Mal neue Heirathen zu ſchließen.
Es iſt ſchon eine geraume Zeit vergangen, als in Babylon ein Sultan war, mit Namen Bemine⸗ dab, dem in ſeinem Leben vieles nach ſeinen Wuͤn⸗ ſchen eingetroffen war. Dieſer hatte unter mehreren Kindern, maͤnnlichen und weiblichen Geſchlechts, eine Tochter, Namens Alatiel, welche, nach dem, was ein Jeder von ihr ſagte, die ſchoͤnſte Frau war, die damals auf der Welt lebte; und da ihm in einer großen Schlacht, die er gegen eine große Menge Araber, welche ihn uberfallen hatten, liefern mußte, der Koͤnig von Al⸗ garbien auf eine wundervolle Weiſe beigeſtanden hatte, ſo gab er ſie dieſem, der ihn als eine beſondere Gunſt darum gebeten hatte, zur Gemahlin. Nachdem er nun ein Schiff, unter einer ehrenvollen Begleitung von Her⸗ ren und Damen, mit koͤſtlichen und reichen Geraͤth⸗ ſchaften hatte ausruͤſten laſſen, beſtieg ſie daſſelbe, und ſandte er ſie, da er ſie Gott empfohlen hatte, ihm zu. Sobald die Schiffsleute ſahen, daß das Wetter gelegen waͤre, ſpannten ſie die Segel, legten aus dem Hafen von Alexandrien ab, und ſchifften mehrere Tage die Fahrt ganz gluͤcklich fort. Schon waren) ſie Sardinien paſſirt und glaubten, dem Ziele ihres Weges nahe zu ſeyn, als ſich eines Ta⸗ ges ploͤtzlich verſchiedene Winde erhoben, welche, da ein ieder uͤber alle Maßen wuͤthend war, dem Schiffe, auf welchem ſich die Jungfrau befand, ſo zuſetzten,
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