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65 Zweiter Tag.
ren, ihr Leben ſo lieb hatten. Andere, von niederem Stande, ſchwangen ſich durch tauſend gefahrvolle Kaͤmpfe mitten durch das Blut ihrer Bruͤder und Freunde zur Hoͤhe von Koͤnigreichen empor, und machten, in der Meinung, daß hier nur die hoͤchſte Gluͤckſeligkeit ohne die unendlichen Bekuͤmmerniſſe und Schreckniſſe vorhanden waͤre, da ſie doch ſahen und merkten, wie auch dieſe davon ganz voll waren, zu⸗ gleich mit ihrem Jode die Erfahrung, daß man aus Gold an koͤniglichen Tafeln nur Gift trinke. Viele waren dann wieder, welche nach koͤrperlicher Kraft und Schoͤnheit, und einige, welche nach Zierden mit der vrennendſten Begier trachteten, und nicht eher ein⸗ ſahen, wie irrig ihr Beſtreben geweſen, als auch zugleich, daß dies gerade fuͤr ſie der Grund zum Tode und zu einem kummervollen Leben geworden wäre. Und um nicht einzeln von allen menſchlichen Wuͤnſchen zu reden, ſo behaupte ich, es gibt auch nicht Einen, der, als frei von allen unvorhergeſehenen Zufaͤllen, von den Sterblichen mit vollkommener Vorſicht erwaͤhlt wer⸗ den koͤnnte, ſo daß, wenn wir rechtlich handeln wollen, wir uns nur das zu nehmen und zu beſitzen an⸗ ſchicken muͤſſen, was uns Derjenige gibt, der allein das, was uns zutraͤglich iſt, einſieht und uns ſchen⸗ ken kann. Aber, ſo wie die Maͤnner auf mangich⸗ faltige Art bei ihren Wuͤnſchen fehlen, ſo fehlt ihr, liebliche Damen, vorzuͤglich auch auf eine Art, wenn ihr euch ſchoͤn zu ſeyn wuͤnſchet, ſo daß euch die Schoͤn⸗ heiten, die euch von der Natur zugeſtanden ſind, nicht gengen, und ihr ſie durch wunderbare Kuͤnſte


