186 Vierter Tag.
nicht begreifen konnte, wie die Angeklagte hierbei boshafterweiſe gehandelt haben ſollte, noch daß ſie ſchuldig wäre, ſo wollte er, in ihrem Beiſeyn den todten Korper, den Ort und die Art und Weiſe, wie ſie den Vorfall erzaͤhlte, genauer unterſuchen, weil ihm aus ihren Worten alles noch nicht klar hervorging. Er ließ ſie daher, ohne weiteres Auf⸗ ſehen zu erregen, dahin fuͤhren, wo der Korper Pas⸗ quino's lag, der wie eine Krote aufgeſchwollen war, und als er naͤher herantrat und ſich uͤber den Tod⸗ ten verwunderte, fragte er ſie, wie es denn zuge⸗ gangen waͤre. Sie naͤherte ſich dem Salbeiſtrauche, und nachdem ſie ihm jeden vorhergegangenen Um⸗ ſtand erzaͤhlt, rieb ſie ſich, um ihm den Vorfall ganz ſo, wie er ſich ereignet hatte, zu zeigen, und ſo wie es Pasquino gemacht hatte, mit einem die⸗ ſer Salbeiblaͤtter die Zähne. Als nun Stramba, Atticciato und die andern Freunde und Gefaͤhrten Pasquino's alles dies als eitel und unnuͤtz in Ge⸗ genwart des Richters verſpottet und ihre Boösheit nur um ſo dringender angeklagt hatten, indem ſie um nichts anderes baten, als daß das Feuer die Strafe ihrer Bosheit werden moͤchte, verfiel die Un⸗ gluͤckliche, welche uͤber den Schmerz des verlornen Geliebten, und aus Furcht vor der vom Stramba geforderten Strafe ganz beklommen da ſtand, und weil ſie ſich die Zaͤhne mit Salbei gerieben hatte, in denſelben Zuſtand, in welchen Pasquino vorher auch verfallen war, nicht ohne große Verwunderung aller derer, ſo viel ihrer mur gegenwaͤrtig waren.


