Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
Einzelbild herunterladen

v

1⸗

ie ie en ba nd te, er ng

Siebente Novelle. 187

O ihr begluͤckten Seelen, denen es zu Theil ward, an einem und eben demſelben Tage die glü⸗ hende Liebe und das ſterbliche Leben zu enden, gluͤck⸗ licher noch, wenn ihr mit einander an einen und eben denſelben Ort hingewandert ſeyd, und am aller⸗ gluͤcklichſten, wenn man ſich in dem zukuͤnftigen Le⸗ ben wieder liebt und ihr dort Euch eben ſo liebt, wie ihr euch hier liebtet! Aber vor allen andern iſt die Seele Simona's um viel gluͤcklicher, ſo viel wir, die wir lebend nach ihr zuruͤckgeblieben ſind, einſe⸗ hen koͤnnen, deren Unſchuld das Schickſal nicht ver⸗ ſtattete, unter dem Zeugniſſe eines Stramba, Attic⸗ ciato und Malagevole, vielleicht Wollkäͤmmer, oder wol gar noch gemeinerer Menſchen zu erliegen, ſie vielmehr einen edleren Weg finden ließ, um ſich durch einen mit ihrem Geliebten ähnlichen Tod von der Schande loszumachen, und der von ihr ſo gelieb⸗ ten Seele ihres Pasquino zu folgen.

Der Richter, faſt mit allen, ſo viel nur da wa⸗ ren, uͤber den Vorfall ganz beſtuͤrzt, wußte nicht, was er ſagen ſollte, ſtand lange bei ſich an, bis er endlich, zu einem beſſern Einſehen gekommen, ſagte:

Ein Beweis, daß dieſe Salbei giftig geweſen ſeyn muß, was doch ſonſt bei der Salbei nicht der Fall zu ſeyn pflegt. Indeſſen, damit kein Ande⸗

rer auf eine aͤhnliche Art gefaͤhrdet werden koͤnne, moͤge ſie bis auf die Wurzeln abgehauen und ins Feuer geſteckt werden.

Dies that der, welcher der Aufſeher des Gar⸗

tens war, ſogleich in Gegenwart des Richters; er