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Siebente Novelle. 183
unter dem freundlichen Angeſichte des Juͤnglings, den ſie liebte und deſſen Name Pasquino war, bei ſich aufgenommen hatte, ſpann ſie zwar, voll hei⸗ ßer Sehnſucht, doch aber nicht wagend, weiter vor⸗ zuſchreiten, als daß ſie bei jedem Faden Wolle, den ſie ſpann und auf die Spindel aufwickelte, tauſend Seufzer, heißer wie Feuer, ausſtieß und ſich deſſen erinnerte, der ſie ihr zu ſpinnen gegeben hatte.
Da er von der andern Seite weit ſorgſamer daruͤber geworden war, daß die Wolle ſeines Herrn gut geſponnen wurde, ſo ward— gleichſam als wenn allein nur aus der, welche Simona ſpann und aus keiner andern das ganze Stuͤck verfertigt werden muͤßte— eben dieſe weit oͤfterer als irgend eine an⸗ dere ſorgſam unterſucht. Auf dieſe Art nun, da der eine ſich bekuͤmmerte, die andere ſich freute, daß man ſich um ihn bekuͤmmerte, begab es ſich, daß, da der eine mehr Dreiſtigkeit bekam, als er gewoͤhnlich nicht hatte, die Andere die Furcht und die Scham verjagte, die ſie zu haben pflegte, ſie mit einander ſich zu ihren gemeinſchaftlichen Vergnuͤgungen ver⸗ einigten. Und dieſe gefielen dem einen Theile wie dem andern in ſolchem Grade, daß Einer nicht bloß vom Andern erwartete dazu aufgefordert zu werden, ſondern daß ſie, einer den andern auffordernd, Beide ſich einander entgegen kamen. Und ſo ihr Vergnuͤ⸗ gen von einem Tage zum andern fortſetzend und im⸗ mer ſich durch die Fortſetzung mehr anfeuernd, kam es dahin, daß Pasquino zur Simona ſagte, wie er uͤberhaupt wuͤnſchte, ſie moͤchte doch auf irgend eine


