182 Vierter Tag.
und ſie vefreite ſich nicht durch Gewalt noch durch Verſtand, ſondern durch einen unvermutheten Tod von der Unterſuchung. Und, wie es ſchon oͤfter un⸗ ter uns geſagt worden iſt, obgleich Amor gern die Wohnungen der Edleren bewohnt, ſo ſchlägt er doch auch die Herrſchaft uͤber die der Armen nicht aus, vielmehr zeigt er auch an dieſen zuweilen ſeine Macht ſo, wie er ſich bei den Reichen als den maͤchtigſten Herrn furchten macht. Dies wird, wenn auch nicht durchaus, doch großentheils in meiner Novelle ſich zeigen, mit welcher es mir gefallt wieder in unſere Stadt zuruckzukehren, aus welcher wir, uͤber verſchie⸗ dene Dinge ſo verſchieden ſprechend, und durch ver⸗ ſchiedene Himmelsgegenden in der Welt herum⸗ ſchweifend, uns ſo weit entfernt haben. Es war alſo vor noch nicht langer Zeit in Flo⸗ renz ein recht ſchoͤnes und nach ſeinem Stande arti⸗ ges junges Maͤdchen, die Tochter eines armen Va⸗ ters, welche den Namen Simona hatte; und ob ſie gleich das Brot, was ſie eſſen wollte, mit ihren ei⸗ genen Armen gewinnen und durch Wolleſpinnen ihr Leben unterhalten mußte, ſo war ſie doch nicht ſo arm am Geiſte, daß ſie es nicht gewagt haben ſollte, Amor'n in ihrem Herzen aufzunehmen, welcher durch das Betragen und die freundlichen Worte eines jun⸗ gen Menſchen, von nicht hoͤherem Herkommen als ſie, und der von ſeinem Herrn, einem Wollarbeiter, zu ihr geſchickt ward, ihr Wolle zum Spinnen zu bringen, vor langer Zeit ſchon gezeigt hatte, wie er
ſo gern dahin eindringen moͤchte. Da ſie ihn alſo
der ſic ße
ſie
er


