Dritter Tag.
geoͤffnet, und er ſagte: Meine Tochter, ich glaube allerdings, daß es fuͤr eine ſchoͤne und zaͤrtliche Frau, wie Ihr ſeyd, ein großer Kummer ſeyn mag, einen Einfaltspinſel zum Manne zu haben; aber noch fuͤr einen weit groͤßeren halte ich es, einen eifer ſuͤchtigen zu haben; weil Ihr aber ſowohl den einen, als auch den andern habt, ſo glaube ich gern alles, was Ihr üͤber Euern Kummer ſagt. Aber, wenn ich es Euch kurz ſagen ſoll, ſo ſehe ich dafuͤr weder einen andern Rath, noch ein anderes Mittel, als nur ein einziges, und das iſt, daß Ferondo von dieſer Eiferſucht ge⸗ heilt werde. Die Arzenei, die ihn heilen ſoll, weiß ich recht gut zuzubereiten, wenn Ihr nur das Herz habt, das geheim zu halten, was ich Euch ſagen werde.
Die Frau ſagte: Mein Vater, daran zweifelt nicht; denn eher wuͤrde ich mich umbringen laſſen, ehe ich einem Andern das ſagte, was Ihr mir ge⸗ ſagt habt. Aber wie kann das geſchehen?
Der Abt antwortete: Wenn wir wuͤnſchen, daß er geheilt werden ſoll, ſo iſt es durchaus nothwen⸗ dig, daß er durchs Fegefeuer gehe.
Wie, ſagte die Frau, kann er lebendig dadurch gehen?
Erſt muß er ſterben, ſagte der Abt, und dann geht er dadurch; und wenn er dann ſolche Strafe wird ausgeſtanden haben, daß er von ſeiner Eifer⸗
ſucht wird geheilt ſeyn, dann bitten wir Gott in gewiſſen Gebeten, daß er ihn in dieſes Le⸗ ben zuruckkehren läßt, und das wird er thun.


