Achte Novelle. 53
So muß ich, ſagte die Frau, als Wittwe zuruck⸗ bleiben?
Ja, antwortete der Abt, auf eine gewiſſe Zeit, in welcher Ihr wohl darauf Acht haben muͤßt, daß Ihr Euch nicht an einen Andern verheirathen laßt, weil Gott damit ſehr unzufrieden ſeyn wuͤrde, und kehrt Ferondo alsdann zuruͤck, ſo muͤßt auch Ihr wieder zu ihm zuruͤckkehren, ſonſt wuͤrde er noch ei⸗ ferſuͤchtiger werden, als er es nur jemals gewe⸗ ſen iſt.
Die Frau ſagte: Na! wenn er nur von dieſer ungluͤckſeligen Geſinnung geheilt wird, daß ich nicht immer wie im Gefuͤngniſſe ſitzen muß, bin ichs zu⸗ frieden; darum thut, wie es Euch gefaͤllt.
Da ſagte der Abt: Das will ich thun; aber was krieg' ich fuͤr einen Lohn von Euch fuͤr dieſen Dienſt?
Mein Vater, ſagte die Frau, was Euch gefaͤllt, wenn es nur in meinen Kraͤften ſteht. Aber was koͤnnte wohl ſo eine, wie ich, thun, was ſich fuͤr einen ſolchen Mann, als Ihr ſeyd, ſchickte?
Worauf der Abt ſagte: Frau, Ihr koͤnnt fuͤr mich nicht weniger thun, als das iſt, was ich fuͤr Euch thun will; denn ſo wie ich mir vornehme, das zu thun, was Euer Wohl und Euer Troſt ſeyn ſoll, ſo koͤnnt auch Ihr das thun, was Heil und Rettung fuͤr mein Leben iſt.
Da ſagte die Frau: Wenn das, ſo bin ich be⸗ reit dazu.
Alſo, ſagte der Abt, werdet Ihr mir Eure Liebe


