50 Dritter Tag. glaubten, er waͤre wirklich wieder aus dem Grabe her⸗ vorgegangen, er deshalb wie ein Heiliger angebetet ward, der viel eher als ein Strafbarer haͤtte ver⸗ dammt werden muͤſſen. Es war alſo, und iſt in Toscana noch eine Ab⸗ tey, ſo wie wir viele dergleichen ſehen, an einem Orte gelegen, eben von Menſchen nicht viel be⸗ ſucht, und in welcher ein Moͤnch Abt ward, der in allen Dingen ein ſehr frommer und heiliger Mann war, ausgenommen, was die Frauen betraf; dies aber wußte er ſo vorſichtig zu betreiben, daß faſt Niemand es wußte, ja nicht einmal ahnete, da er in allen Stuͤcken für uͤberaus heilig und gerecht gehalten wurde. Nun ereignete es ſich, daß ein uͤber⸗ aus reicher Bauer, welcher Ferondo hieß, mit dem Abte vielen Umgang hatte. Dies war zwar ein plumper, uͤber alle Maßen grober Menſch, indeſſen dem Abte gefiel ſein Umgang allein nur des Ver⸗ gnugens wegen, was ihm ſeine Einfalt verſchaffte, und daß er hierbei entdeckte, Ferondo habe eine ſehr ſchoͤne Frau, in welche er ſich ſo ſterblich verliebte, daß er weder Tag noch Nacht an etwas Anderes dachte. Indeſſen er hoͤrte, ſo dumm und einfaͤltig Ferondo auch in allem Anderen waͤre, ſo geſcheit wäre er doch, dieſe ſeine Frau zu lieben, und ſie zu huͤten; daher verzweifelte er faſt. Deſſen ungeachtet aber brachte er, als ſo abgewitzigt, Ferondo doch dahin, daß er nit ſeiner Frau je zuweilen nach dem Garten der Abtey hinkam, und ſich darin vergnügte hier ſprach er dann mit ihnen von der Gluckſeligi
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