Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
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Dritter Tag. können, die einen groͤßeren Werth haben, als dasje⸗ nige, was, wie ſie behaupteten, den, der es beſaß, ins Verderben bringen wuͤrde. Und wenn man ſie uͤber dies, und vieles andere, was ſie ungebuͤhrlicher Weiſe thun, zur Rechenſchaft zieht, ſo antworten ſie: Thut nach unſern Worten, aber nicht nach un⸗ ſern Thaten, und glauben alsdann, ſie haͤtten ſich dadurch jeder drückenden Laſt entledigt, gleichſam, als wenn es den Heerden möglicher wäre, ſtandhaft und eiſenfeſt zu ſeyn, als den Hirten. Und wie viele derer wohl ſeyn moͤgen, denen ſie dieſe Antwort ge⸗ ben, die ſie gar nicht in der Art, wie ſie ſie ſagen, verſtehen, weiß ein großer Theil von ihnen ſehr gut. Die heutigen Fratres wollen, daß Ihr das thut, was ſie ſagen, naͤmlich: Ihr ſollt ihnen den Beutel mit Geld fuͤllen, ſollt ihnen Eure Geheim⸗ niſſe anvertrauen, ſollt die Keuſchheit beobachten, ſollt geduldig ſeyn, ſollt Beleidigungen verzeihen, ſollt Euch ſchlecht zu ſprechen in Acht nehmen. Alles gute, alles anſtaͤndige, alles fromme Sachen; aber warum dies? damit ſie das thun koͤnnen, was, wenn's die Weltlichen thaͤten, ſie nicht thun könn⸗ ten. Wer weiß nicht, daß man ohne Geld nicht lange ein ſchlechter Kerl ſeyn kann? Wenn Du zu Deinem Vergnuͤgen Geld durchbringſt, ſo kann ja der Frater nicht in ſeinem Orden auf der Baͤrenhaut liegen. Wenn Du bei den Weibern herumgehſt, ſo kann der Frater daſelbſt kein Ankommen finden. Wenn Du nicht geduldig viſt, und Beleidigungen verzeihſt, ſo darf es der Frater nicht wagen, Dir

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